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 Betreff des Beitrags: Rattenkäfig
BeitragVerfasst: Dienstag 1. März 2011, 17:52 
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Rund um den Käfig


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Da Ratten meist den größten Teil des Tages im Käfig verbringen, ist es wichtig, dass er den rattigen Bedürfnissen entsprechend eingerichtet ist. Am Käfig sollte man daher nicht sparen, damit die Pelznasen sich dort auch wirklich wohl fühlen.
In der Natur leben Ratten in Höhlenbauten mit verschiedenen "Räumen" und Ebenen zum Essen, toben oder um ihr Geschäft zu verrichten. Daher sollten sie auch in Gefangenschaft mehre Bereiche und Ebenen für ihre unterschiedlichen Bedürfnisse haben.


Daher kommt es besonders auf die Höhe des Käfigs an. Eine Ratte kann über 30 cm groß werden und sollte sich fast überall vollständig nach oben strecken können. Bei zwei durchgehenden Ebenen, von denen eine gewöhnlich mit Streu bedeckt ist, kommt man damit schon auf eine Mindesthöhe von ca. 80 cm. Natürlich kann man statt zwei durchgehenden Ebenen auch mehre kleinere Ebenen einbauen. Zu klein sollten die Flächen aber nicht sein, damit die Tiere auch etwas davon haben.
Neben der Höhe ist natürlich auch die Grundfläche wichtig. Eine Grundfläche von 60 cm x 50 cm reicht für zwei bis drei Ratten. Jedoch gilt auch hier immer: Je größer desto besser!

Wer testen will, ob sein Käfig groß genug ist, bzw. er noch weitere Notfalltiere aufnehmen kann, der soll mal unseren Nose-Calculator ausprobieren.

Außerdem sollte man darauf achten, dass der Gitterabstand nicht zu groß ist. Überall wo ein Rattenkopf durch passt, kann sich auch der Rest des Körpers durchzwängen. Hat man sehr junge Ratten sollten der Abstand nicht mehr als 1 cm betragen. Bei ausgewachsenen Böcken kann der Gitterabstand dagegen schon mal etwas größer sein.

Außerdem ist es angenehmer, wenn das Gitter horizontal verläuft, da die Tiere dann bessern daran klettern können, als bei senkrechten Gitterstäbe


Verschiedene Käfigarten

Gitterkäfig
Die wohl gängigste Behausung ist ein Gitterkäfig aus dem Zoohandel. Hier gibt es - im Gegensatz zu Terrarien und Aquarien - ausreichende Luftzirkulation und die Gitterstäbe laden zum Klettern ein. Man kann ihn leicht auf mehreren Ebenen und mit verschiedenen "Spielsachen" erweitern. Da muss man allerdings in der Regel improvisieren, da meist gar kein oder zu wenig Zubehör mitgeliefert wird.

Außerdem haben sie in der Regel tiefe Streuwannen, die verhindern dass allzu viel Einstreu in der Wohnung verteilt wird.

Wenn die Wahl auf einen Gitterkäfig gefallen ist, ist es beim Kauf besonders wichtig, auf die Größe und Anordnung der Türen zu achten, damit man im Käfig auch gut hantieren kann. Das erleichtert sowohl den Umgang mit den Tieren als auch die regelmäßige Käfigreinigung.

Leider gibt es nur wenige Gitterkäfige im Zoohandel, die tatsächlich für Ratten geeignet sind. Meist scheitert es schon an der Mindesthöhe von 80 cm. Die vorhandenen Modelle sind dann häufig auch noch sehr teuer.


Volieren
Eine echte Alternative zum Gitterkäfig sind Kleintier- oder Vogelvolieren, die es ebenfalls im Zoohandel gibt. Sie haben meist relativ große Türen und erfüllen die Anforderungen an die Höhe in der Regel mit Leichtigkeit.

Allerdings ist man auch hier bei der Inneneinrichtung auf die eigene Fantasie angewiesen, und häufig sind Volieren senkrecht vergittert. Außerdem haben die meisten Volieren sehr flache Streuwannen, wie es eben in Vogelkäfigen üblich ist. Für Vogelsand reichen diese Wannen, für Kleintierstreu sind sie aber weniger gut geeignet.



Terrarien/Aquarien
Terrarien und Aquarien sind nicht so geeignet. Zum einen ist es schwierig Klettermöglichkeiten und Etagen darin unter zu bringen.

Darüber hinaus ist die Luftzirkulation meistens so unzureichend, dass die Ammoniakgase, die sich aus dem Urin bilden, nicht richtig abziehen
können und die ohnehin empfindlichen Rattenlungen stark belasten.

Daher raten wir dringend davon ab, Aquarien oder Terrarien zu benutzen, es sei denn, man bindet sie z.B. als Buddelkiste in eine größere Konstruktion ein.


Eigenbauten
Eigenbauten bieten für viele Rattenhalter die beste Lösung für die individuellen Bedürfnisse. Man ist völlig flexibel in (fast) allem.

Allerdings erfordern sie einiges Geschick beim Bau. Man sollte vorher Konstruktion und Einrichtung besonders gründlich planen, damit man nicht viel Kraft, Arbeit, Zeit und Geld in eine Fehlkonstruktion steckt.

Allerdings sollte man die Kosten für einen Eigenbau nicht unterschätzen.



Käfigeinrichtung

Bei der Einrichtung des Käfigs sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Seile, Bretter, Leitern, Hängematten oder Rampen werden sehr gerne angenommen. Bastler und Kreative können sich hier richtig austoben.

Bei den Brettern empfiehlt es sich beschichtetes Holz zu nehmen, da sonst der Urin in das Holz eindringt und nach kurzer Zeit zu stinken anfängt. Selbst die gründlichste Reinigung kann das nicht verhindern. Alternativ kann man auch unbehandeltes Holz verwenden, und die Bretter lackieren oder lasieren. Dazu verwendet man am besten eine Farbe, die auch für Kinderspielzeug geeignet ist, um unnötige Schadstoffbelastung zu vermeiden (z.B. Bondex Wohnraum Wachslasur).

Bretter befestigt man am Gitter am Besten mit kleinen Haken. Höhere Ebenen sollten soweit abgesichert sein (z.B. mit einer Hängematte), dass die Tiere nicht zu tief fallen können.

Wackelige Leitern und Rampen werden von manchen Tieren gemieden, daher ist es sinnvoll, Leitern und Rampen mit Ringhaken zu fixieren. Seile sollten möglichst straff gespannt sein, wenn man möchte, dass die Ratten sie auch benutzen, dann müssen sie auch gar nicht so dick sein.

Wenn man ältere Ratten im Rudel hat, sollte man darauf achten, dass sie auch wirklich alle wichtigen Etagen und Ecken erreichen können. Manche Klettermöglichkeiten können sie nicht mehr nutzen, dann sollte man ihnen einen sicheren Alternativweg anbieten.

Nistkobel, Häuser, Röhren und andere Versteckmöglichkeiten sind ein Muss, sollten aber auf jeden Fall eine geeignete Größe haben. Beim Kauf sieht man sich daher am besten bei Chinchilla- und Kaninchenzubehör um. Produkte für Hamster und Mäuse sind definitiv zu klein. Mit ein bisschen Fantasie kann man aber auch im Baumarkt oder einem bekannten schwedischen Möbelhaus einiges erstehen, dass sich gut zweckentfremden lässt.

Hängematten sind sicher auf Platz eins der Schlafplätze bei den meisten Ratten, daher sollte mindestens eine Hängematte im Käfig nicht fehlen. Dabei braucht man gar nicht auf teuer gekaufte oder liebevoll selbst genähte Modelle zurückgreifen, denn in der Regel werden sie sowieso rattig umgestaltet. Die Haltbarkeit ist so begrenzt, dass wir nur noch alte T-Shirts oder Küchenhandtücher anbieten. Befestigen kann man sie relativ einfach mit Wäscheklammern oder (sicherer) Kabelbindern.
Außerdem eignen sich Hängematten hervorragend, um große Fallhöhen abzusichern.

Laufräder sollte man auf keinen Fall verwenden, da sie der Wirbelsäule schaden. Bei vielen Modellen kann außerdem der Rattenschwanz sehr leicht verletzt werden.
Da der rattige Bewegungsplan auch gar keine langen Strecken vorsieht, ist es auch nicht notwendig. Bewegung sollte es stattdessen lieber beim täglichen Freilauf geben.



Zubehör

Außerdem gehören zu jedem Käfig ganz selbstverständlich Futternapf und Nippeltränke.

Der Napf für das Trockenfutter sollte am besten aus Keramik und möglichst schwer sein, damit ihn die Pelznasen nicht umwerfen können. Außerdem sollte der Rand nach innen gebogen sein, da manche Ratten beim Fressen gerne auf dem Rand sitzen. Der Durchmesser sollte der Gruppe angemessen sein, ein zu großer Napf lädt aber dazu ein, sich hinein zu setzen, wodurch das Futter verunreinigt werden kann. Daher bei einem großen Rudel lieber einen zweiten Napf benutzen.

Für Frischfutter benutzt man am Besten einen zweiten Napf, oder einen kleinen Teller. Dieser sollte möglichst nicht direkt im Streu, sondern auf einer der höheren Etagen stehen, damit Bananen, Gurken und Co. nicht in kürzester Zeit mit einer dicken Schicht Streu überzogen sind.

Wasser sollte in einer Nippeltränke immer zur Verfügung stehen, denn auch wenn es so aussieht, als würde das Wasser darin kaum weniger, ist es für Ratten absolut notwendig. Wassernäpfe sind nur als Zusatz zur Nippeltränke geeignet, da sie schnell mit Streu zugeschüttet werden und dann das Wasser nicht mehr genießbar ist. Wassernäpfe stehen (wie Frischfutternäpfe) am besten auf einer der höheren Etagen, damit sie nicht ganz so leicht verschmutzt werden.

An warmen Sommertagen planschen Ratten ganz gerne mit den Pfoten darin, oder tauchen mit der Nase unter.

_________________
Bild
................Ein Tropfen Hilfe ist wertvoller, als ein Ozean voller Sympathie................


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